Grundgedanken

Hier finden Sie die grundlegenden Gedanken auf denen unsere Arbeit basiert.

Grundgedanken

1. Unsere Aufgabe und warum ein Bund für Freiheit und Humanität gebraucht wird

Die Zeit ist gekommen, dass wir Menschen zusammenkommen, um einen BUND FÜR FREIHEIT UND HUMANITÄT zu schließen, indem jeder für sich und wir alle gemeinsam formulieren, wie wir leben und welche Welt für uns und für die zukünftigen Generationen wir aufbauen wollen.

Jeder von uns steht im Mittelpunkt seines Lebenskreises und es ist Teil unseres Menschseins, als einmalige Wesen mit unserem individuellen Impuls in die Welt hinein zu wirken.

Der Kosmos und die Natur mit ihren Gesetzen zeigen uns eine enorm komplexe, vollständige und durch und durch sinnvolle Ordnung, die für uns Menschen
nachvollziehbar und erkennbar ist. Innerhalb dieser Ordnung darf jeder Impuls entstehen und wirken und seine Kreise ziehen. Jedes Wesen ist ein lebendiger Impuls für alle anderen. Wir müssen uns nicht auf einen einzigen und allein gültigen und für alle richtigen Weg einigen, da das Universum unendliche Vielfalt repräsentiert und ermöglicht. Wir sind sowohl als geistige Wesen wie auch als biologische Organismen Leben und Ausdruck dieser Schöpfung, aus der wir hervorgegangen sind. Wir selbst schaffen durch unsere Gedanken und Taten die Schöpfung mit. Das Verständnis der Ordnung und ihre praktische Anwendung entwickelt und bildet unser Bewusstsein über das Leben in all seinen Facetten. Je tiefer wir das Leben und damit uns selbst und unsere Schöpferkraft verstehen, umso selbstbestimmter und freier können wir unseren Weg gehen.

Bund für Freiheit und Humanität

Die 5 Grundwerte, auf denen der Bund für Freiheit und Humanität aufbaut – und auf denen der Staat basieren sollte

Diese Werte können nur mit 90 % der stimmberechtigten Mitglieder geändert werden.

1. Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und jedes einzelnen Menschen.

Die Würde basiert auf der Erkenntnis, dass jeder Mensch unveränderliche und unveräußerliche Rechte hat. Diese schützen, achten und fördern den Menschen in seiner Fähigkeit, seinen einzigartigen Beitrag für die Entwicklung des Lebens zu erkennen und umzusetzen.

Gleichzeitig ändern und entwickeln sich diese Rechte sowohl individuell als auch auf staatlicher Ebene. Zum Beispiel gibt es heute keine Leibeigenschaft mehr und Frauen sind heute den Männern gleichgestellt.

Die grundlegenden Rechte, die mit der Würde des Menschen – auch des Ungeborenen und des Sterbenden – verbunden sind, haben eine ähnliche Qualität wie das Gewissen oder der innere Kompass oder auch Liebe als universelle Kraft. Es gibt zwar eine Vorstellung davon, doch sie zu definieren ist ein individueller Bewusstseinsprozess. Deshalb werden sie hier nicht definiert. Sie werden jedoch aus unserer Sicht flankiert oder gestützt oder auch gefördert von 4 Pfeilern.

Diese 4 unveränderlichen und unveräußerlichen Grundwerte, formuliert als Rechte lauten:

2. Das Recht auf Freiheit

Dazu gehören verschiedene Aspekte. Folgende Grundrechte gehören dazu:

  • Die Selbstbestimmung des eigenen Weges ohne jeglichen Zwang für andere
  • Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (*, Art. 2)
  • Keine Benachteiligung oder Bevorzugung wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen (*, Art. 3)
  • Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden (*, Art. 3)
  • Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich (*, Art. 4)
  • Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt (*, Art. 3)
  • Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung (*, Art. 5)
  • Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. (*, Art. 6)
3. Das Recht auf Streben nach Glück

Aufgabe des Menschen ist, das Glück der Freiheit für uns selbst und unsere Nachkommen zu bewahren; das Recht, seinem individuellen Streben nach Erfüllung und Selbstverwirklichung zu folgen.

4. Das Recht auf Friede

Die Menschen und die von ihnen geschaffenen Strukturen fördern und unterstützen alle Wesen in ihrem Sein.

Von unserer Nation darf niemals ein Krieg ausgehen.

Der Staat baut eine angemessene Fähigkeit zur Selbstverteidigung auf. Dabei kooperiert er mit anderen Staaten und kann diesen auch beistehen, jedoch ohne feste Verpflichtungen einzugehen, die über eine Entscheidung für eine einzelne Situation hinausgeht. Ziel ist es, eine friedliche Lösung in allen Fragen zu finden, die für beide Seiten einen Gewinn darstellt.

Der Staat gewährt Verfolgten Schutz und Asyl.

5. Das Recht auf Gerechtigkeit

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich (*, Art. 3) und haben die gleichen Rechte und Pflichten innerhalb des Gemeinwesens. Nur über ein Gesetz kann die Mehrheit der Bürger des Landes verbindliche Beschlüsse für alle Bürger des Landes beschließen. Rechte und Pflichten von Menschen können nur über Gesetze delegiert oder übertragen werden, zum Beispiel das Gewaltmonopol an den Staat.

Zur Ausübung des Rechtes auf Gerechtigkeit gehört der Zugang zu jeder Information, die der Mensch begehrt und die den staatlichen Organen zur Verfügung steht. Dazu zählen Informationen über Verträge des Staates mit Privatfirmen und anderen Institutionen und Staaten.

Rückwirkende Gesetzesänderungen sind nicht zulässig.

Wenn keine Einigung erzielt wird, bleibt es, wie es ist.

Gerechtes Wirtschaftssystem: Das bedeutet zum Beispiel bei der Produktion von Waren und bei Dienstleistungen, dass auch Abgaben für Folgekosten und Nebenkosten in die Preise eingerechnet werden – wenn zum Beispiel Nahrung mit Giften angebaut wird.

Die Unabhängigkeit der Justiz ist fester Bestandteil der Gewaltenteilung.

Landesrecht steht über internationalem Recht.

3. Grundgedanken für eine lebendige und sich selbst entfaltende Humanität

Der Mensch ist im Grunde gut. Wenn er die Möglichkeit hat, seine eigenen Überzeugungen in der Realität anzuwenden und zu prüfen, wird sich das Neue, wenn es den Menschen fördert, von selbst weiter entwickeln und ausbreiten.

Dadurch wird sich das, was gerecht ist und was die Menschen fördert, von selbst und ohne Zwang auch in der Gesellschaft verbreiten. Weil alle Wesen einen Impuls der Ausdehnung und Erweiterung in sich tragen. So wie es in der Natur schon immer der Fall war.

Hat sich eine Idee (oder eine Handlungsweise) so weit verbreitet und entwickelt, dass sie von der Mehrheit der Menschen für gut geheißen wird, ist die bisherige Konsequenz in der Demokratie, dass diese Idee für alle Mitglieder der Gemeinschaft bestimmend wird. Das Problem dabei ist, dass Neuerungen und Entwicklungen strukturell zuerst nicht aus der Mehrheit kommen können, denn Neues kann ja zuerst nur bei einzelnen Menschen entstehen. Der daraus entstehende Widerstreit und der Unmut auf beiden Seiten kann nur aufgelöst werden, wenn die Minderheit trotzdem ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit behält. Besonders in Dingen, die sie nicht befürwortet. Zum Beispiel sollten Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, dazu nicht gezwungen werden.

Hier können wir von der überlieferten Gesellschaftsordnung unserer Vorfahren lernen. Die Männer und Frauen sind zusammengekommen, um gemeinsam wichtige Fragen zu besprechen und gemeinsam haben sie ihre Entscheidungen getroffen. Wer zugestimmt hat, hat sich auch mit Ehr und Treue daran gehalten. Gleichzeitig war es selbstverständlich und wurde dem einzelnen Individuum innerhalb der Gemeinschaft auch immer zugestanden, einer Entscheidung nicht zuzustimmen und für sich anders zu handeln.

Daraus ergibt sich die Möglichkeit, dass sich Entwicklungen auf friedliche Weise entfalten können, weil weder die Mehrheit noch die Minderheit gezwungen ist, den anderen Teil zu bekämpfen, weil sie ja das verwirklichen darf und soll, was sie für richtig hält.

Dieses natürliche Prinzip der Vielfalt oder auch des „Sowohl als auch“ verbinden wir mit den relevanten Gesellschaftsstrukturen, zum Beispiel der Bildung, der sozialen Fürsorge, der Wirtschaft, der Landwirtschaft. Was Menschen als gut und richtig empfinden, darf sich entfalten, ohne dass zwanghaft abgeschafft wird, was andere Menschen als gut und richtig empfinden und was zuerst vielleicht im Widerspruch zur eigenen Idee steht.

Beispiel: Mag der Landwirt, der sich für den Einsatz von Glyphosat entscheidet, so weiter machen, wenn er davon überzeugt ist. Er wird allerdings alle Folgekosten seiner Arbeit selbst tragen müssen. Dann werden sich seine Handlungen voraussichtlich von selbst verändern. Dazu gehört andererseits auch, dass Bauern, die ihre Anbauweise umstellen wollen, eine Unterstützung durch den Staat bekommen. Denn auch dies gehört zur Gerechtigkeit: dass wir Menschen, die mit dem bisherigen System ein Auskommen hatten, nun nicht einfach alleine lassen, sondern ihnen in der Zeit des Übergangs beistehen.

Sobald behauptet wird: „Das ist richtig“ oder „Das ist falsch“ entsteht ein Kampf. Doch dieser Kampf ist unnötig. Die Natur gibt uns Menschen immer mehrere Möglichkeiten und das Individuum entscheidet selbst, welche Möglichkeiten es wählt.

Ein grundlegender Fehler für politische Entwicklungsprozesse oder ein grundlegender Widerspruch, der immer zu Mord und Tod in allen Revolutionen letztlich geführt hat, ist, wenn versucht wird, das Gute mit Gewalt und Zwang durchzusetzen. An der französischen Revolution kann man das besonders deutlich erkennen.

Wir wollen unsere Prinzipien formulieren, um dann gemäß dieser Prinzipien die Strukturen aufzubauen, ohne dass jemand gezwungen wird, sich diesen Prinzipien anzuschließen.

Freiheit bedeutet nicht: „Entweder/Oder“, sondern „lebendige Vielfalt“. Das heißt jeder Mensch hat die freie Wahl, sich sein Leben so zu organisieren und aufzubauen, wie es für ihn oder sie richtig ist.

Die strukturelle Anwendung des Prinzips der Freiheit in allen Lebensbereichen wird Schönes und Gutes hervorbringen, wenn der Mensch die Möglichkeit erhält, sich zu entwickeln und wenn für die Grundbedürfnisse gesorgt ist. Dies ist in der heutigen Zeit durch die wirtschaftliche Entwicklung für alle Menschen auf dieser Erde möglich geworden. Die bisherigen Wirtschaftssysteme wie sie heute zur Anwendung kommen, von Planwirtschaft bis zur freien Marktwirtschaft, erzeugen eine ungerechte Umverteilung und Konzentration – hin zu immer weniger Menschen und Konzernen. Das hat zu großem Leid für viele Menschen geführt.

Die Freiheit in der Selbstentfaltung ist das einzige Konzept, das in der Lage ist, diese unnatürliche Konzentration aufzulösen, weil sie stärker ist, weil sie ökonomischer ist und weil sie ökologischer ist. Ein Konzern vergrößert sich nur deshalb, weil er über die ungerechte Umverteilung von Ressourcen, Waren und Kapital mit der Zeit immer mehr Macht gewinnt. Er ist nicht wirtschaftlicher als ein Kleinunternehmer oder mittelständischer Unternehmer – das ist eine Illusion, die uns immer wieder erzählt wird. Aufgrund der strukturellen Umverteilung über Zins bis hin zur Möglichkeit, Länder gegeneinander auszuspielen, werden Strukturen gefördert und bekommen immer mehr Macht, die nicht mehr aufgrund von eigener Leistung wachsen, sondern aufgrund der Umverteilung und Abschöpfung der Leistung von anderen. Google, Facebook & Co. machen es uns vor: Sie kaufen einfach ihre Gegner auf oder setzen sie so unter Druck, dass diese aufgeben müssen oder zerschlagen werden. Wenn es jedoch keine ungerechte Umverteilung mehr gäbe, dann könnten sie das nicht so einfach machen, dann würde Vielfalt von selbst entstehen. Von kleinen Strukturen bis hin zu sehr großen Strukturen, die alle nebeneinander existieren und sich sogar gegenseitig unterstützen und fördern würden, so wie wir das im Regenwald beobachten können, wo kleine und große Wesen nebeneinander existieren und ihren Lebensraum haben.

Humanität in einem gesellschaftlichen System braucht eine soziale Marktwirtschaft. Näheres dazu im Kapitel „Wirtschaftsordnung“.

4. Dezentralisierung und Vernetzung schaffen ein Biotop, das alle Menschen miteinander verbindet

Die Natur zeigt die Kraft der Vielfalt durch Dezentralisierung und Vernetzung. In einem Wald, in einem Korallenriff, in allen Lebensräumen sind die dazugehörigen Organismen miteinander verbunden und stehen im Austausch miteinander. In jedem Biotop hat jedes Lebewesen, vom Kleinsten bis zum Größten, seinen individuellen Wert und seine einzigartige Ausrichtung und Gestalt. Je natürlicher – das heißt sich im Einklang mit der Ordnung der Evolution befindend – ein Lebensraum ist, umso mehr unterschiedliche Aufgaben und Beiträge für das Ganze werden von den einzelnen Wesen eingebracht. Nicht aus Zwang, sondern weil das Zusammenwirken aller Organismen auch dem Überleben des Einzelorganismus dienlich ist. Indem das einzelne Wesen seine spezielle Qualität ins Ganze einbringt, sich gewissermaßen darin selbst verwirklicht, trägt es zur Vielfalt und damit zum Überleben des Ganzen bei.

Nur in einer Monokultur braucht es eine zentrale Steuerung, Überwachung und Kontrolle der einzelnen Organismen, weil die Selbstregulationsmechanismen nahezu ausgeschaltet worden sind. Damit können die Pflanzen und auch Menschen ihre Besonderheiten kaum verwirklichen und damit auch nicht in das Gemeinwohl einbringen. Dadurch sind sie anfälliger – sowohl individuell und auch als Gemeinschaft -für äußere Einflüsse und es muss, damit überhaupt ein Überleben möglich ist, sehr viel Zwang und Kontrolle ausgeübt werden. Das „Unkraut“, das nicht dazu passt, muss weg.

Das Leben als Prozess der Entwicklung und Erweiterung zeigt uns im Rückblick der Evolutionsgeschichte, dass Neuerungen immer in Sprüngen passieren. Am Beginn des einzelligen Lebens haben die Organismen ihre Energie aus der mineralischen Umgebung gewonnen. Doch dieser Stoffwechsel hat nur wenig Energie geliefert und konnte somit nur einzellige Wesen am Leben erhalten. Nur ein Stoffwechsel mit Sauerstoff liefert genug Energie, um komplexere mehrzellige Lebewesen zu erhalten und größere Gemeinschaften zu bilden. Doch es gab 2 Probleme: Es gab kaum frei verfügbaren Sauerstoff in der Uratmosphäre und für die ursprünglichen Lebensformen war Sauerstoff giftig. Wir können heute sehen, wenn wir Eisen an die Luft legen, beginnt es zu rosten, es löst sich auf, genau das selbe wäre mit den Einzellern geschehen, hätten sie Sauerstoff aufgenommen.

Doch wie wir an uns Menschen sehen können, hat das Leben eine Lösung gefunden. Die Einzeller haben kooperiert und sich mit den Mitochondrien verbunden, die sie in sich aufgenommen haben. Nur diese „Kraftwerke der Zellen“ können Sauerstoff zur Energiegewinnung verwenden und gleichzeitig haben bestimmte Zellen gelernt, durch das Sonnenlicht im Vorgang der Fotosynthese Energie zu gewinnen. Als Abfallstoff haben diese Zellen, die heute „Pflanzen“ genannt werden, Sauerstoff freigesetzt. Eine Sauerstofferzeugung, ohne die Fähigkeit Sauerstoff zu verstoffwechseln, hätte das Leben nicht weiter gebracht.

Dieser Vorgang aus der Natur zeigt uns, dass eine neue Entwicklungsstufe nur durch Zusammenarbeit bei gleichzeitiger Entwicklung und dem Zusammenwirkenden von sich unterstützenden Fähigkeiten und Bedingungen erreicht werden kann. Genau vor dieser Aufgabe stehen wir heute: Wollen wir Freiheit und Humanität verwirklichen, müssen wir gleichzeitig unsere wichtigen Lebensbereiche auf eine neue Entwicklungsstufe heben, wo sich alle gegenseitig unterstützen können.

Sicherlich war dieser Übergang nicht für alle Wesen einfach und leicht. Doch das Leben hat diese Entwicklung nicht über Nacht bewirkt. Die älteren und die neuen Formen des Lebens haben eine lange Zeit nebeneinander existiert und auch heute noch gibt es Lebensformen, die auf die ursprüngliche „alte“ Weise ihre Energie gewinnen.

Aus der Sicht der Einzeller, für die Sauerstoff bedrohlich war, war es vermutlich unvorstellbar, wie das gehen soll, dieses „Gift“ Sauerstoff zu atmen. Dasselbe galt historisch betrachtet auch auf geistiger Ebene, als die Idee der Humanität in die Welt kam: Dass wir alle Menschen und von gleichem Wert sind. Das war vor noch nicht allzu langer Zeit etwas ganz Neues.

Es gab Zeiten, da haben Herrschende und Adlige gedacht, dass die Menschen von unterschiedlichem Wert sind. Aus dieser Vorstellung heraus wurden überall auf der Welt Menschen zu Sklaven gemacht. Unsere Aufgabe ist es, in allen Bereichen – der Medizin, Naturwissenschaft, Wirtschaft, Ökologie – eine neue Stufe zu erklimmen durch eine lebensbejahende und solidarische Gemeinschaft von Menschen als Gesellschaft.

Man kann nicht einen einzelnen Baum heilen. Man muss die Landschaft heilen, dann heilt auch der Baum. Das ist das Prinzip. Manchmal stirbt der Baum trotzdem, aber die Landschaft wird wieder gesund und seine Kinder werden wachsen. Der Tod gibt Leben und wird nicht umsonst sein.

5. Das Glück der Freiheit und die Kraft des schöpferischen Bewusstseins

Der Mensch ist sowohl ein individuelles wie auch ein soziales Wesen. Als Einzelwesen will er sich selbst entdecken und eigene Ziele verwirklichen. Als ein soziales Wesen will er Austausch, Kontakt, Nähe und Verbindung mit Anderen. Hier kommen verschiedene grundlegende Lebensmotivationen zusammen, die potentiell konfliktiv sind. Oft kollidieren individuelle Interessen und Ansprüche mit den gemeinschaftlichen Ideen und Gegebenheiten. Das Ich als Keimzelle des Freien Willens und das Wir als notwendiger sozialer Raum für die Entfaltung des Lebens sind nicht immer in Übereinstimmung.

Wie kann ich mit anderen zusammen leben und gemeinsam etwas verwirklichen, ohne meine persönlichen Interessen und Wünsche aufgeben zu müssen? Gebraucht wird eine Bündelung und Verbindung der individuellen Absicht mit der Kraft des gemeinsamen Bewusstseins. Dadurch gelangen wir zur gemeinsamen Verständigung über das, was zu tun ist, ohne dass der Einzelne seine Freiheit und Eigenverantwortlichkeit verliert. Das bedeutet, dass die gemeinsame Arbeit und Umsetzung nicht auf Dogmen basieren darf – also Annahmen und Ideologien – die man glauben muss, sondern auf für jeden Menschen selbst überprüfbaren und mit dem eigenen Verstand nachvollziehbaren Prinzipien.

Dies ist ein zentrales Thema dieser Zeit: Miteinander, aus der Kraft der Gemeinschaft, den Einzelnen in seiner Einzigartigkeit zu akzeptieren und auch zu spiegeln. Im besten Falle seinen Impuls der Individuation und Selbstverwirklichung zu fördern und zu entwickeln.

Dafür brauchen wir einen gesellschaftlichen Rahmen, der von Freiheit geprägt ist. Freiheit setzt Kräfte frei, weil sie unserem innewohnenden Schöpfertum entspricht. Wer in sich die Möglichkeit spürt, seine Vision und seine Ideen zu verwirklichen, erfährt, wie Neugier, Tatkraft und Spannung sein Leben anfüllen.

Wir sind alle Schöpfer – und Freiheit ist die Kraft, die unsere Schöpfernatur entfesselt. Stellen wir uns vor, wie unsere Welt aussieht, wenn es gelingt, ein System des Zusammenlebens auf der Basis der Freiheit und Humanität aufzubauen. Überall, wo das gelungen ist – auch wenn es manchmal nur kurze Zeit war -, hat sich das Leben für die Menschen tiefgehend verbessert: In der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die den Gedanken der Brüderlichkeit und Unabhängigkeit von fremden Herren verwirklichte; im Heiligen römischen Reich deutscher Nation, das sich bis zu einem Punkt hin entwickelte, wo keine offensive Kriegsführung mehr ermöglicht wurde und Rechtsschutz und Friedenssicherung sein wesentlicher Zweck war; in der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, die in der Verfassung das Ideal formulierte „das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren..“; bis hin zur Französischen Revolution, die mit ihrem Motto „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ die Herzen und Geister der Menschen beflügelte.

Es ist ein natürlicher Wunsch des Menschen, Erreichtes festzuhalten. Doch politische Ideen erstarren und schaffen unweigerlich Leid und Ungerechtigkeit, wenn sie mit Zwang verbunden werden.

Deshalb ist es unsere Aufgabe zu formulieren, was wir wollen und danach zu streben, dies zu erreichen. Es reicht nicht zu sagen: „Die anderen wollen das nicht“ oder „Das System lässt es nicht zu“ oder was auch immer wir an Begründungen finden, es nicht selbst zu tun. Vielleicht ist es tatsächlich nicht möglich. Vielleicht lässt es das System nicht zu, vielleicht haben viele Menschen eine andere Absicht, aber dann haben wir es dennoch versucht. Wir sind vielleicht an eine Mauer gekommen, die wir nicht überwinden konnten, aber wir haben nicht tatenlos zugesehen und behauptet: „Es geht nicht“.

6. Wie sind diese Grundgedanken zu realisieren?

Wollen wir unsere Gedanken und Ideen Realität werden lassen, dann brauchen wir ein Konzept für die Umsetzung im realen Leben. Sonst bleiben es nur Ideen.

Gedanken und Konzepte, die keine Verwirklichung anstreben – also ohne eine Anwendung und daraus folgende Veränderungen in unserem realen Leben bleiben – reihen sich ein in die unzähligen Ideen, von denen man überall lesen kann. Sie werden untergehen im Meer der tausend unverwirklichten Ideen.

Das vorliegende Konzept hat durch die Verbindung mit der politischen Umsetzung eine andere Bedeutung. Der Mensch, der das liest, wird sich überlegen: „Unternehme ich nun konkret selbst etwas oder höre ich mir das nur an, wie eine schöne Idee?“ Das heißt, jeder Mensch, der mit dieser Perspektive in Kontakt kommt, gelangt aus sich heraus zur inneren Fragestellung: „Unternehme ich jetzt etwas oder tue ich nichts?“. Darum geht es.

Ein wesentliches Gefäß für die Realisierung in demokratisch organisierten Gesellschaften sind Parteien. In ihnen kommen Menschen zusammen, um ihre politischen Visionen in die Gesellschaft einzubringen und dort eine Mehrheit zu finden, damit ihre Vorschläge im Zusammenleben der Menschen wirksam werden können. Das bedeutet, es geht in erster Linie darum, die umfassende Idee der Freiheit politisch abzusichern, und nicht alle zu etwas Bestimmtem zu zwingen.

Wir brauchen also einen Ausdruck der Idee von Freiheit und Humanität in der Organisation und in der Verwirklichung. Die aktuelle Verfassung der BRD lässt es zu, dass Menschen sich organisieren und ihre Ideen einbringen. Eine Partei als Form der politischen Teilhabe und Willensbildung wird vom Staat besonders geschützt und gefördert. Damit unterscheidet sich die politische Partei, die an Wahlen teilnimmt von anderen Ausdrucksformen der Organisation, wie zum Beispiel Demonstrationen oder Bürgerinitiativen oder einem Verein.

In einer Partei mitzuwirken, bedeutet auch, nicht mehr von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass diese tun, was wir wollen, sondern es selbst in die Hand zu nehmen. Unsere Absicht ist es, kundzutun und dafür zu arbeiten, die Vision einer freiheitlich-humanen Gesellschaft, die abgesichert wird durch den Staat, zu verwirklichen. Dies ist bereits seit vielen Jahrhunderten ein Menschheitstraum und viele Menschen haben diese Vision entwickelt und die Bausteine für sie erarbeitet. Heute können wir sie verwirklichen.

Die Vision basiert auf den 5 genannten Grundwerten und Rechten sowie aus der sich aus diesen ableitenden konkreten Umsetzung in den großen zentralen Lebensbereichen (Kapitel 11. und folgende) Die Umsetzung benötigt Zeit und wird ein ständiger Prozess der Verwirklichung und Weiterentwicklung sein.

Der Beginn des Wandlungsprozesses besteht darin, in allen gesellschaftlichen Bereichen Modelle aufzubauen und bereits bestehende Initiativen zu vernetzen, die zeigen, wie es in der Praxis funktionieren kann. Nicht das gesamte System auf einmal bewegt sich auf die neue Stufe, sondern einzelne Zellen, einzelne Gruppen, einzelne Projekte.

Wir dürfen uns jedoch nicht dazu verleiten lassen, unsere Arbeit nur auf einen Gesellschaftsbereich zu beschränken. Die Antwort auf die Vielfalt der Aufgaben ist nicht: „Dann fangen wir eben klein an“, sondern wir fangen groß an, jedoch in einzelnen Modellen, die sich vernetzen und verbinden.

Dazu brauchen wir viele Menschen, die bereit sind, konkret mitzuarbeiten.

und

Es braucht eine Organisationsform, die nicht dazu führt, dass die beteiligten Menschen, sich in endlosen Meinungsdiskussionen zermürben oder sich irgendwann abwenden in dem Gefühl: „Lass doch die anderen machen, ich kann ohnehin nichts bewirken“.

Wir brauchen also eine Form der Willensbildung, die gleichzeitig viele Menschen am Prozess beteiligt und dennoch dem Einzelnen Raum gibt, sich einzubringen.

Das ist „Die Zelle der 10 Menschen“.

7. Organisation der Teilnahme und Mitwirkung – und die damit verbundene Entscheidungsfindung

Der BUND FÜR FREIHEIT UND HUMANITÄT bietet ein einheitliches Organisationsprinzip an, das auf der einen Seite Entscheidungen in größeren Gruppen ermöglicht und auf der anderen Seite allen Menschen die Möglichkeit gibt:

  • selbst einen Entscheidungsprozess zu initiieren
  • am Entwicklungsprozess der Entscheidung teilzunehmen und
  • selbst mit zu entscheiden.

Dies wird ermöglicht durch kleine Gruppen-Einheiten von Menschen, die Themen miteinander ausdiskutieren und besprechen können, wo jeder auch wirklich gehört und verstanden werden kann.

Diese dezentral organisierten Basiszellen geben über einen Delegierten aus ihrer Mitte ihren Impuls in die nächste Ebene, wo diese Delegierten sich wieder zu einer Einheit von 10 Menschen verbinden und so weiter.

Diese 10er-Gruppen bilden das grundlegende Organisationsprinzip auf jeder Ebene.

Entscheidungsfindung

Alle Entscheidungen auf jeder Ebene werden immer von den bei der Wahl am Ort, wo die Wahl stattfindet, anwesenden Mitgliedern in der jeweiligen Stufe getroffen. Bei Gleichstand bleibt es, wie es ist. Das heißt es kann keine Entscheidung getroffen werden. Wie die Wahl abgehalten wird, offen oder geheim, ist der jeweiligen Gruppe überlassen. Es sei denn, die Form der Wahl ist gesetzlich vorgeschrieben.

10er-Gruppen

Die Zahl 10 dient als Orientierung für die Bildung von Basisgruppen. Warum 10 Menschen? Weil 10 eine Anzahl ist, wo man sich noch gut kennenlernen kann, die auch aufgrund der Größe vielfältig genug ist, jedoch nicht zu groß ist, so dass auch der Einzelne gehört werden kann.

Im realen Leben müssen sich mindestens 5 Menschen zusammenfinden, um zu starten und 1 Delegierten bestimmen zu können. Wie viele Menschen tatsächlich Teil einer 10er-Gruppe sind, entscheidet die Gruppe selbst. Sie startet gemeinsam und wird sich durch regelmäßigen Austausch immer besser kennen lernen und zusammenarbeiten.

Die 10er-Gruppen können sich auf unterschiedliche Weise bilden. Es kann regional sein, also Menschen, die in einem Ort wohnen. Es kann durch das gemeinsame Interesse beginnen, an einem bestimmten Thema zu arbeiten. Dann finden sich vielleicht Menschen zusammen, die weiter weg voneinander wohnen. Ob die Gruppe sich außerhalb von Entscheidungen persönlich trifft oder per Telefon oder über andere Medien miteinander kommuniziert, gestaltet jede Gruppe so, wie es für sie passt.

Delegierte

Jede Basisgruppe wählt aus ihrer Mitte 1 Delegierten, der sie in der nächsten Stufe vertritt. Um 1 Delegierten wählen zu können, muss die Gruppe eine Wahl abhalten.

Über den gewählten Delegierten kann jede Gruppe Anträge, Vorschläge und Ideen in die nächsthöhere Ebene einbringen. Der Delegierte ist verpflichtet, seine 10er-Gruppe über alle Entscheidungen, die in der nächsthöheren Ebene getroffen worden sind, zu unterrichten.

Jede Gruppe kann nur 1 Delegierten wählen für die nächsthöhere Ebene.

Jeder Delegierte wird zuerst für 1 Jahr gewählt und kann von der Mehrheit der Gruppe in dieser Zeit abgewählt werden.

Wird der Delegierte innerhalb des 1. Jahres nicht abgewählt, bleibt er oder sie automatisch für 5 Jahre Delegierter dieser Gruppe in der nächsten Ebene. Dies gilt auch, falls sich die Gruppe, die ihn oder sie gewählt hat, in dieser Zeit auflöst.

Verzeichnis aller Gruppen und Delegierten

Alle 10er-Gruppen, die 1 Delegierten gewählt haben, werden im öffentlichen Gruppenverzeichnis erfasst, das nach den Wahlkreisen und innerhalb der Wahlkreise nach Postleitzahl gegliedert ist. Dieses Verzeichnis wird vom Sekretariat (seine Aufgaben sind unter einem eigenen Punkt beschrieben) geführt.

Öffentlich sichtbar ist:
Das Bundesland, der Wahlkreis, die Postleitzahl des Wohnsitzes des Delegierten, der 1. Buchstabe des Nachnamens, direkte Kontaktmöglichkeit (je nach Wunsch des Delegierten zum Beispiel Mail-Adresse, Telefon oder Kontakt über Sekretariat)
Beispiel: Brandenburg, Potsdam-Mittelmark, 14827, S., Kontakt über Sekretariat

In dieser Landkarte ist auch vermerkt, wenn einzelne Gruppen sich besonders auf ein oder mehrere Themengebiete konzentrieren, zum Beispiel Ausbildung, Wirtschaft, Fürsorge. Dadurch können entsprechende Gruppen miteinander in Kontakt treten und sich gegenseitig unterstützen und arbeitsteilig vorgehen.

So können die einzelnen Delegierten oder Gruppen sehen, mit wem sie kooperieren wollen: entweder regional oder auf nationaler Ebene interessengebunden mit anderen, die dem gleichen Thema folgen.

Führung und Vertretung nach außen und innen

Die Führung des Bundes für Freiheit und Humanität entsteht und wird automatisch gebildet aus den Menschen der höchsten Stufe, wenn diese mindestens 5 Menschen umfasst und der Stufe darunter. Solange die höchste Stufe noch nicht 5 Menschen umfasst, wird die Führung der Partei aus den obersten 3 Stufen gebildet.

Diese Menschen entscheiden über alle Fragen, die die Organisation und die Vertretung der Partei betreffen, inklusive Bündnisse, Regierungsbeteiligung, Umsetzung der Werte.

8. Ausbildung zum selbstbestimmten Menschen

Um für uns und den Erhalt des Lebendigen einzustehen, brauchen wir Wissen, Forschung und Ausbildung. Dadurch kann der Mensch Erkenntnisse über die Ordnung und Selbstheilungskraft der Natur mit seinem Leben verbinden.

Die Natur zeigt uns, dass alles über eine Ordnung miteinander verbunden ist. Wenn ich den Regenwald abholze, hat dies Konsequenzen für die ganze Erde. Wir können die Welt und uns selbst verstehen, weil Leben von Beginn seiner Existenz an mit einer Ordnung verbunden ist.

Diese Ordnung ermöglicht jedem Wesen Entwicklung und die Gelegenheit, sich selbst und die Welt auf seine eigene Weise zu erfahren. Was wir verstehen, können wir auch gestalten. Teil dieser Ordnung ist, dass wir selbst Schöpferinnen und Schöpfer sind und das Leben, den Umgang mit uns selbst und den anderen Wesen aufbauen können. Gestaltung bedarf Wissen und Transparenz auf allen Ebenen.

Damit der Mensch überhaupt eine Wahl treffen kann, zum Beispiel die freie Wahl bezüglich seiner medizinischen Behandlungen, braucht er ein Grundverständnis darüber, worum es geht. Dazu gehört ein Basiswissen, wie der Körper arbeitet und wie zum Beispiel Krankheiten entstehen und wieder geheilt werden können. Mit einem grundlegenden Verständnis der Materie, um die es geht, kann er eine für sich sinnvolle Entscheidung treffen und auf diesem Grundverständnis aufbauend, sich auch in die Materie weiter einarbeiten und informieren. Genau so wie ein interessierter Mensch ein Grundverständnis braucht, wie der Straßenverkehr funktioniert, wie ein Steuerabgabesystem aufgebaut ist oder wie die politische Ordnung organisiert ist. Sonst kann er sich nicht beteiligen.

Wenn wir also praktische und auch geistige Inhalte erarbeiten und vermitteln wollen, brauchen wir eine Form für die Ausbildung und die Anwendung dieser Inhalte.

Die Feigheit stellt die Frage: „Ist es sicher?“
Die Zweckmäßigkeit stellt die Frage: „Ist es politisch“?
Die Eitelkeit stellt die Frage: „Ist es beliebt?“
Aber das Gewissen stellt die Frage: „Ist es richtig?“
Und es kommt eine Zeit, in der man eine Position einnehmen muss,
die weder sicher, noch politisch, noch populär ist, aber man muss sie einnehmen,
weil das Gewissen einem sagt, was richtig ist.
Martin Luther King

Der von uns angestrebte Systemwechsel ist auch ein Machtwechsel.Die neue Macht besteht jedoch nicht mehr in der Herrschaft über Andere, sondern in derWiedervereinigung mit den „heiligen Gesetzen“ des Lebens.

Zu diesen Gesetzen gehört, dass das Leben immer neu geschöpft werden kann. Die Fähigkeit des Lebens, sich zu verändern, zu entwickeln und Neues zu manifestieren, zeigt sich in der Materie.

Durch unseren schöpferischen Geist geben wir unseren Gedanken Gestalt. Über denGeist entwickeln wir Vorstellungsbilder und Ideen, die sich immer weiter konkretisieren. Deshalb ist die Visualisierung so wichtig.

Aus dem Geist und seiner Absicht entsteht die Tat und damit die Materie.

Die Energie, mit der wir etwas tun und bewegen, gibt dem, was wir erschaffen, eine Qualität. Wird etwas mit Liebe oder Hingabe getan oder mit Wut und Verurteilung? Es entsteht eine jeweils unterschiedliche Wirkung und Schwingung.

Diese Energie bewirkt auch die Geschwindigkeit der Bewegung und die Fähigkeit, wie schnell sich etwas verwirklicht. Je mehr Liebe, umso mehr Entwicklung ist im einzelnen Wesen, denn Liebe macht frei. Hass, Schuld und Scham führen in die Enge.

Der Staat als Gemeinwesen soll die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Einzelnen fördern. Aufgabe des Staates ist es, die Verwirklichung des Einzelnen zu unterstützen. Das ist die positive Idee des Staates.

Dieses Prinzip ist bereits in der Familie angelegt. Wir können besser gemeinsam überleben als allein. Je mehr gemeinsame Energie zusammen kommt, umso mehr können wir gemeinsam verwirklichen. Wir können Technologien schaffen, wir können soziale Ideen schaffen, wir können philosophische Ideen schaffen, wir können uns spezialisieren und wir können einzelne Fähigkeiten entwickeln und dadurch gemeinsam tiefer zusammenarbeiten und ein besseres Leben aufbauen. Das ist die Grundidee des Gemeinwesens.

Es geht darum, diese Idee, dass der Mensch ein freies Wesen ist, in eine Reife zu bringen und der BUND FÜR FREIHEIT UND HUMANITÄT ist der Humus, um das Ganze zu entwickeln. Die Ideen und Konzepte werden die natürlichen Prozessedurchlaufen, die zur Entwicklung und Realisierung einer Idee gehören. Wenn diese Idee stimmig und zeitgemäß ist, dann wird sie eine bestimmte Reife entwickelnund im geistigen Feld sein. So wie die Idee der Humanität, dass man Menschennicht foltern darf und dass Menschen eine Würde haben. Das war in früheren Zeitaltern unvorstellbar. Damals ging man davon aus, dass nur Könige und Adelige Würde haben, aber ein gewöhnlicher Bauer keinen Wert hat.

Es gab „niedere“ Menschen, die Leibeigene waren, und die Herrschenden konnten mit Ihnen tun, was sie wollten. Als Leibeigene durfte ihr Herr sie sogar umbringen, da sie als Eigentum betrachtet wurden. Das Verständnis und die Erkenntnis über die Würde des Menschen war ein langer Entwicklungsprozess und es ist auch noch heute ein sichwandelnder Reifeprozess. Durch dieses neue Bewusstsein wird ein neues geistiges Informationsfeld erzeugt. Dieses neue Bewusststein ist nicht mehr abhängig voneinzelnen Menschen.

Ob wir das persönlich noch erleben werden, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass derImpuls gesetzt wird. Es braucht eine Form, die eine Perspektive für die Realisierungin sich trägt, die die Menschen leben und verstehen können. Der Ansatz ist nicht: „Wir machen mal eine Gruppe und schauen, was daraus entsteht“. Veränderung ist verbunden mit der Fähigkeit und Macht eine Veränderung zu bewirken.

Auf der persönlichen Ebene konnte ein Mensch auch schon zu früheren Zeiten Kraft seines Geistes und seiner Disziplin für sich einen Weg finden, seine eigene Leibeigenschaft zu beenden. Doch das bedeutete noch nicht, dass die Leibeigenschaft als gesellschaftlich anerkanntes und für selbstverständlich gehaltenes Prinzip damitaufgehoben wird. Dafür braucht es eine Verbindung von Menschen, die sichzusammentun, um diese grundlegenden Vorstellungen zu verändern und weiter zuentwickeln.

Wenn Menschen frei werden, sind sie bereit voneinander zu lernen und ihren Beitrag zuleisten zum Wohle des Ganzen.

Was wollen wir erschaffen, damit wir uns selbst und unsere Kinder sich wohlfühlen undeine bessere Zukunft haben?

Wenn wir vergessen, dass unser Geist die Welt erschafft, können wir nur schwer konstruktiv zusammenarbeiten, weil wir unsere eigenen Fähigkeiten nicht mehr spüren. Wenn jemand seine Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht mehr spürt, dann ist er ein Opfer der Umstände – und so betrachtet er dann auch die Welt. Er hat nicht wirklich das Gefühl, dass er etwas verändern kann. Er wartet auf die Veränderung oder gibt sich mit dem Vorhandenen zufrieden und fügt sich in sein Schicksal. Dann braucht er einen Führer oder einen König. Aber wenn Menschen keinen König wollen, dann brauchen sie das Recht, selbst bestimmen zu können, was sie wollen.

Je besser wir verstehen, dass wir unsere eigene Welt erschaffen können, umso offener werden wir auch für die Impulse und Fähigkeiten anderer. „Ich“ verbinde mich mit Menschen, die ich brauche und die mir helfen. Menschen, die mich unterstützen, also Fähigkeiten mitbringen, die ich nicht habe. Das ist für mich eine große Hilfe und Heilung.

Oft wird an diesem Punkt Wissen mit Ursache verwechselt. Natürlich braucht jeder von uns andere Menschen, die bestimmte Dinge wissen oder entwickelt haben oder Fähigkeiten aufgebaut haben, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Ich kann zum Beispiel mein Auto nicht selbst reparieren. Der Punkt ist, dass der Mensch verstehen muss, dass er ursächlich seine Welt erschafft. Und zu dieser Ursächlichkeit gehört natürlich auch, dass er mit anderen Menschen kooperiert und zusammen arbeitet und gemeinsam das Wissen aufbaut, um sich zu höherem Bewusstsein weiterentwickeln zu können.

Nichtwissen wird oft verwechselt mit dem Gedanken, nicht wirksam sein zu können. Diese Gefühle und Gedanken werden verstärkt durch nur oberflächliches oder scheinbares oder falsches Wissen, das in Wirklichkeit keine Relevanz hat. So werden wir abgelenkt, beschäftigt und ins Gefühl des Unwissens gebracht.

Wenn ich etwas nicht weiß, heißt das noch nicht, das ich unfähig bin. Ich muss mir dann das entsprechende Wissen beschaffen. Wenn ich das Gefühl habe: Ich bin fähig! – kann ich mir das Wissen erarbeiten. Das ist kein leichter Prozess, das braucht auch seine Zeit und das schließt auch Irrtümer mit ein.

9. Heilungsräume aufbauen

Die meisten Menschen haben in ihrem Leben seelisch-emotionale Verletzungen erlitten, die nicht oder nur unvollständig geheilt werden konnten. Zum Beispiel eine Trennung der Eltern als Kind, eine Gewalt- oder Missbrauchserfahrung. Um ein glücklicheres Leben führen zu können, brauchen wir eine innere Erfahrung der Heilung. Durch die eigene persönliche Erfahrung, dass sich unsere erlittenen seelischen Verletzungen heilen können, werden wir geduldiger mit uns und mit den Anderen, doch nicht weniger entschlossen, an einer besseren Welt mitzuwirken. Für diese Erfahrung brauchen wir sichere und verlässliche Räume – Räume der Begegnung, der Wahrnehmung, des Verstanden-Werdens und der gegenseitigen Anerkennung.

Solch einen Raum für viele Menschen hat Nelson Mandela in seiner Zeit als Präsident von Südafrika mit dem schwarzen Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu zusammen im Jahr 1996 geschaffen. In den sogenannten Wahrheits- und Versöhnungskommissionen kamen Opfer und Täter zusammen und sprachen miteinander, was sie erlebt und gefühlt haben. So konnte ein Verständnis füreinander wachsen und manchmal sogar Vergebung stattfinden.

Für einen solchen Heilungsraum gibt es kein Rezept. Er entsteht, wenn Menschen in der gemeinsamen Absicht zusammenkommen, etwas zu schaffen, was tatsächlich größer und umfassender, komplexer und tiefer ist als das, was jeder Einzelne sich vorstellen kann.

Durch den Kontakt zu diesem Heilungsraum können Menschen an schwierigen Stationen ihres Lebens trotzdem weitermachen und etwas Positives entwickeln. Ein scheinbar unlösbares Problem, ein Widerspruch, ein tief empfundener Schmerz kann oft nicht direkt geheilt werden, doch wenn es uns gelingt, auch an schwierigen Punkten miteinander in Verbindung zu bleiben, wird eine Lösungsmöglichkeit wachsen. So arbeitet das Leben: Es findet eine Lösung – und wir sind Leben.

Die Kraft dieses Heilungsraumes führt dazu, dass vermehrt die Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten im existentiellen Streben der Menschen, also das, was individuell als besonders wichtig empfunden wird, in die Wahrnehmung rücken und weniger die Unterschiede. Trotz der verschiedenen Erfahrungen und Meinungen, entsteht dann gegenseitige Anteilnahme, Solidarität und Mitgefühl. Kämpfe werden dann in der Regel überflüssig.

Es braucht urteilsfreie Räume, damit die Menschen ausdrücken können, was in ihrem Inneren ist. Selbst wenn es dem anderen fremd erscheinen mag oder ihn sogar abstößt. Nur dann, wenn es ausgedrückt und gehört wird, kann es sich weiter entwickeln. Indem die eigenen Vorstellungen, Gedanken und Gefühle transparent zum Ausdruck kommen und öffentlich werden dürfen, entsteht das Gefühl, dass eine Verständigung und Heilung möglich ist. Wenn wir das Gefühl haben, akzeptiert und verstanden zu werden, so wie wir sind, dann kann Entwicklung geschehen.

Wo Menschen aufeinander treffen, die denken: Mein Weltbild, meine Meinung ist das absolut Richtige und ewig Gültige, dann hört die Verständigung auf und der Kampf beginnt.

Der Prozess des Verstehens braucht Zeit und Freiheit. Freiheit bedeutet an diesem Punkt: Es gibt keinen Zwang. Weder muss ich so sein wie Du, noch musst Du so sein wie ich. Jeder darf er oder sie selbst sein. Man muss diesen Anfang des Verstehens des anderen zulassen, so dass die Menschen sich aus ihren Verstrickungen und festgefahrenen Vorstellungen herausarbeiten können. Gefährlich sind nur die Menschen, die nicht zu Ende denken.

Das Lebendige in uns zu zeigen – das geht nur in Freiheit. Das geht nicht durch Zwang. Das hat die Geschichte uns immer wieder gezeigt.

Liebe Deinen Nächsten,
denn er ist wie Du.
(die andere mögliche Übersetzung des Satzes:
Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.)

10. Die Grundprinzipien der Organisation für den Bund für Freiheit und Humanität und jede Form von Regierung

Transparenz

Alle getroffenen Vereinbarungen von allgemeiner Bedeutung sind öffentlich einsehbar. Der BUND FÜR FREIHEIT UND HUMANITÄT und die Regierung darf und braucht vor den Menschen keine Geheimnisse zu haben.

Entscheidungen müssen für die Menschen, die betroffen sind, immer transparent sein und sie müssen die Möglichkeit haben, sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Alle Anderen müssen ebenso die Möglichkeit haben, nachzuvollziehen, wie Entscheidungen zustande gekommen sind.

Dezentraler Aufbau aller gesellschaftlichen Strukturen und Entscheidungsebenen

Entscheidungen werden von den Menschen getroffen, die davon berührt werden und sie werden dort getroffen, wo sie sich auswirken (in der Gemeinde zum Beispiel).

Wahlen und Entscheidungen

Entscheidungen werden mit angemessener Zeit im Voraus angekündigt.

Vertretungen oder schriftliche vorherige Stimmabgaben sind nicht zulässig.

Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind, den Ort der Stimmabgabe zu erreichen, erhalten die Möglichkeit von ihrem Aufenthaltsort aus, die Stimme am Tag der Entscheidung abzugeben.

Die Möglichkeit wird geschaffen, dass jeder im Land lebende Mensch eine Volksabstimmung initiieren kann – nach Schweizer Vorbild.

11. Konzeption der großen gesellschaftlichen Lebensbereiche

Für die Gestaltung der einzelnen gesellschaftlich relevanten Lebensbereiche, die in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben sind, wird folgendes Vorgehen empfohlen:

1. Schritt
Die Grundlagen oder auch die Grundwerte für den Bereich werden identifiziert und bestimmt. Sie bilden die Richtlinien und den Rahmen für die Gestaltung und die Konzeption des Bereiches.

Anmerkung: Es sind voraussichtlich nur wenige Grundlagen für jeden Bereich. Wir werden feststellen, dass sich diese Grundlagen an unseren „fünf Fingern abzählen lassen“.

2. Schritt
Ausarbeitung und Definition dieser Grundwerte.

3. Schritt
Planung für den Wechsel des bisherigen Systems in die gewünschte neue Ordnung der Freiheit und Humanität.

Dazu gehört die Bestimmung des zeitlichen Ablaufs und der einzelnen Schritte, wie die gemeinsam gefundenen Grundwerte verwirklicht werden können. Dabei muss berücksichtigt werden, dass alle Betroffenen genügend Zeit erhalten, sich auf die neue Staats- und Gesellschaftsordnung einzustellen und die Möglichkeit haben, sich unter den neuen Bedingungen eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen.

4. Schritt
Aufbau von Institutionen und Pilotmodellen, die für die Umsetzung gebraucht werden. Dadurch können sich Konzepte in der Praxis bewähren, reifen, angepasst und verfeinert werden.

12. Wirtschafts- und Finanzordnung

Die Erde und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen bildet für uns Menschen die Grundlage für unsere Existenz und unseren Fortbestand. Sie zu schützen, zu bewahren und dort, wo es möglich ist, begangene Zerstörungen wiederherzustellen, ist die oberste Aufgabe.

Es ist möglich, die Schönheit der Biosphäre und gleichzeitig die Fähigkeit der Erde zu erhalten, alle Wesen dauerhaft auf gesunde Weise zu ernähren – wenn wir bereit sind, langfristig zu denken und unsere Maßnahmen danach auszurichten. Will ein Bauer seine Landwirtschaft von konventioneller und auf höchstmöglichen Ertrag ausgerichteter Wirtschaftweise auf eine nachhaltige und den Boden entwickelnde Art umstellen, braucht er dafür Zeit und Geld. Hat er jedoch Schulden und braucht für die Umstellung weiteres Kapital, sorgt der schon bestehende oder neu dazu kommende finanzielle Druck über Zins und Zinseszins dafür, dass er vielleicht zu wenig Zeit hat bis er angemessene Erträge erwirtschaften kann. Denn der Aufbau von Erfahrung mit der nachhaltigen Entwicklung des Bodens und der Pflanzen brauchen Zeit. Ohne Zeit muss er kurzfristige Erträge erwirtschaften, um wirtschaftlich überleben zu können.

Kann er jedoch seine Schulden, beispielsweise 1 Million Euro, die er in Landkauf und Umstellung investiert hat, in den nächsten 10, 20, 30, 50 Jahren ohne Zins zurückzahlen, hat er Zeit und steht nicht unter Druck. Auch der Kapitalgeber muss keine Angst um sein Geld haben, weil dagegen das Land steht, das seinen Wert behält. So kommt Ruhe in das System und alle können sicher sein.

Geld ist keine Ware, sondern ein Tauschmittel, also ein einheitliches und allgemein akzeptiertes Mittel, verschiedenste Waren und Dienstleistungen zu bewerten. Daher kommt der Begriff „gelten“. Geld ist heute ein in der Regel staatlich gesichertes Zahlungsmittel, um den Warenaustausch zu vereinfachen. Es verändert nicht aus sich selbst heraus seinen Wert. Nur Waren und Dienstleistungen können je nach Zustand, Qualität und Nachfrage ihren Wert verändern. Geld kann nicht aus sich selbst heraus arbeiten, das können nur Menschen.

In einer natürlichen, ganzheitlichen und dem Menschen dienenden stabilen Ökonomie entspricht also die Geldmenge (das Bargeld und alle Guthaben in Form von Buchgeld) den Werten, die alle Menschen zusammen besitzen. Die Geldmenge ist in einer balancierten und natürlichen Ökonomie nichts, was geplant werden muss, sondern sie entwickelt sich mit dem Leben. Geld als Tauschmittel entsteht mit der Leistung und ihrer Bewertung von Menschen durch Produktion, zum Beispiel der Bauer erzeugt durch seine Arbeit Lebensmittel oder der Lehrer bildet Kinder in der Schule aus. Der Bauer erhält für seine Leistung eine Gutschrift in Form von Geld und der Lehrer ein Gehalt in Form von Geld, mit dem beide dann wieder Waren und Dienstleistungen bezahlen können, die andere Menschen erbracht haben.

Durch die Erschaffung von Waren und Dienstleistungen wächst also auf der einen Seite die Geldmenge durch Neuschöpfung und auf der anderen Seite nimmt sie ab. Durch die Nutzung eines Autos zum Beispiel, das mit der Zeit an Wert verliert oder indem das Brot, das der Bäcker gebacken hat, verzehrt wird.

Nur wenn durch Zins und Zinseszins die Schulden und damit auch das Vermögen ohne Leistung immer weiter anwachsen, dann muss automatisch die Geldmenge unnatürlich wachsen und verliert gleichzeitig durch Inflation an Wert. Dies führt vor allem für Sparer zu einem Wertverlust ihres Geldes. Ohne Inflation würde das Geld nicht weniger Wert.

Dieser künstlich erzeugte Druck und Wertverlust, der einen Menschen umso härter trifft, je weniger er besitzt, führt dazu, dass für persönliche und selbstbestimmte Entwicklungen keine Zeit zur Reifung vorhanden ist, da durch die Zinsen die Schulden anwachsen. So muss ich Kompromisse machen, muss mich als Bauer zum Beispiel in das bestehende Zins-System eingliedern und kann meinen zur Verfügung stehenden Ressourcen (Boden, Gebäude, Maschinen, Tiere und Anlagen in erster Linie) nicht die Zeit geben, sich zu erholen und umzustellen.

Überall dort, wo hohe Investitionen für den Start von Unternehmungen gebraucht werden – zum Beispiel im Haus- und Wohnungsbau, in der nachhaltigen Energieerzeugung, der ökologischen Landwirtschaft, bei innovativen Unternehmensinvestitionen – werden diese durch das Zinssystem enorm verteuert und sind dann kaum mehr finanzierbar für Menschen mit wenig oder durchschnittlichem Einkommen.

Statt darauf mit weiteren Regulationen und künstlichen Beschränkungen oder noch mehr Schulden durch den Staat zu reagieren, werden durch die Abschaffung von Zins und Zinseszins plötzlich auch Projekte mit geringeren Gewinnen rentabel und möglich. Dazu sind diese oft noch mit einer höheren Lebens- und Arbeitsqualität und mehr Selbstbestimmung für die beteiligten Menschen verbunden.

All dem liegt zugrunde, dass Menschen arbeiten. Geld kann nicht arbeiten. Das ist eine einfache Wahrheit, die gerne verschleiert wird.

Die Grundwerte der Wirtschaftsordnung beruhen auf den natürlichen Prinzipien des Lebens. Ihre Säulen sind:
Balance und Stabilität

Wirtschaftliches Wachstum und Expansion werden solange gebraucht, bis die Bedürfnisse der Menschen nach Waren und Dienstleistungen gedeckt sind. Dies
bedeutet, das Angebot und Nachfrage etwa ausgeglichen sind, also keine Mangelwirtschaft mehr herrscht, wie dies zum Beispiel nach Kriegen der Fall ist. Ist dies erreicht, geht ein System in eine stabile Phase über. Dieses Prinzip sehen wir bei allen natürlichen Vorgängen. Ein Kind wächst körperlich in den ersten Lebensjahren bis zum Alter von circa 21 Jahren. Danach geht das äußere Wachstum des Körpers in einen stabilen Zustand der Erhaltung über, während sich Entwicklung und Wachstum nach innen in den geistigen und emotionalen Bereich verschieben.

Unser aktuelles Wirtschaftssystem braucht zwingend stetiges Wachstum, um funktionieren zu können.

Es muss daher nach Zyklen des Wachstums und des steigenden Wohlstandes in darauf folgenden Anti-Zyklen die zuvor geschaffenen Werte wieder vernichten. Dies geschieht zum Beispiel durch die absichtliche Produktion von Produkten mit geringer Haltbarkeit, durch wirtschaftliche Zusammenbrüche bis hin zu Krisen und Kriegen wie auch durch die schleichende Entwertung der Kaufkraft durch Inflation und die künstliche Aufblähung von realen Werten wie Immobilien und Aktien.

Eine natürliche Wirtschaftsordnung bedeutet:
Einnahmen und Ausgaben sind ausgewogen.

Alle Investitionen werden mittels Geldschöpfung durch die Gesellschaft über das Staatswesen finanziert. Dieses für die einzelnen Vorhaben neu geschaffene (= neu geschöpfte) Geld fließt durch die Erträge aus den damit geschaffenen Investitionen in der üblichen Nutzungszeit wieder zurück. Zum Beispiel wird eine allgemeine Versorgung des Landes mit Internet über Kabelverbindungen durch die Nutzungsgebühren über die Zeit wieder zurückbezahlt. So bleiben Geld und realer Gegenwert immer in Balance.

Balance bedeutet, dass der Eintrag und der Austrag, das heißt das, was hinein geht und das was entnommen wird, insgesamt ausgewogen ist. Ein Beispiel: 2 Menschen schließen ein Geschäft ab. Ein Bauer verkauft 1 Sack Getreide. Der Käufer bezahlt durch Überweisung. Der Bauer erhält nun einen „Eintrag“ = Gutschrift auf seinem Konto, der Käufer erhält einen „Austrag“ = Belastung auf seinem Konto.

Das Prinzip der Balance verhindert Raubbau. Es wird zum Beispiel nur soviel Holz entnommen, wie auch nachwächst oder aufgeforstet wird.

Wo Rohstoffe verwendet werden, die nicht wieder nachwachsen, wird durch ein vollständiges Recycling der Bedarf immer mehr gesenkt, bis nahezu ein Gleichgewicht entsteht.

Wiederverwendung vor Entsorgung

Zu einer auf Dauer ökonomischen und stabilen Wirtschaft gehört, die Produkte so zu kalkulieren, dass die Kosten für die Wiederverwertung bereits im Preis enthalten sind. Der Grundsatz dafür ist, dass die Verwertung in dem Land stattfindet, wo das Produkt verbraucht wurde.

Wir haben schon jetzt das Recycling-System mit dem „grünen Punkt“. Dieses System wird in eine tatsächliche und umfassende Wiederverwertung der Rohstoffe weiterentwickelt, anstatt den Abfall zu verbrennen oder zu exportieren. Wenn zukünftig ein Produkt soviel kostet, dass es vollständig wiederverwertet werden kann, bedeutet dies auch, dass dadurch neue Technologien entwickelt werden können und viele Arbeitsplätze entstehen.

Produkte aus dem Ausland müssen die noch im Detail zu definierenden Grundanforderungen für die Wiederverwertung erfüllen und mit einem entsprechenden Aufschlag versehen werden, damit sie im Inland verwertet werden können. Fehlt dieser Aufschlag, kommt es zu einer Verzerrung der Angebotspreise, wenn im Ausland die Kosten des Recyclings in den Preisen nicht einberechnet werden.

Wenn die Produktion auf Balance und Stabilität aufgebaut wird, gehört auch dazu, dass Produkte wieder verwertbar sind und repariert werden können. Wenn die Rohstoffe, die uns die Erde schenkt, wiederverwertet werden, bedeutet das, dass auf lange Sicht von der Erde wenig entnommen werden muss und es für alle auf Dauer genug gibt. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Erde kein geschlossenes System ist, sondern von der Sonne eine unglaubliche Energiezufuhr bekommt. Diese Energiezufuhr garantiert, dass die Erde mehr als genügend Überschüsse produziert, um allen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Natürliche Wirtschaft am Beispiel der Deutschen Bahn:

Eine Transport-Infrastruktur wie zum Beispiel die Deutsche Bahn benötigt hohe Investitionen und braucht Instandhaltung, damit sie dauerhaft funktioniert. Es gibt immer einen gewissen Verschleiß und diese Abnutzung muss ersetzt werden – auch das bedeutet Balance.

Die Bahn als eine Stütze der Infrastruktur muss dem Staat gehören. Die Bahn ist das ökologischste und effektivste Transportmittel. Je besser die Infrastruktur der Bahn (Bahnhöfe, Züge, Schienennetz, Personal) ausgebaut ist, umso mehr kann sie ihre volkswirtschaftliche Aufgabe erfüllen, indem sie Menschen miteinander verbindet und ihnen individuelle Bewegung ermöglicht und Güter kostengünstig transportiert.

Die Bahn muss wirtschaftlich arbeiten, jedoch ist ihre Aufgabe nicht, Gewinne zu erwirtschaften, wie es heute der Fall ist. Indem die Bahn zum Selbstkostenpreis arbeiten kann, wenn sie wieder im Besitz der Gesellschaft ist, können die Beförderungskosten erheblich gesenkt werden, was eine stärkere Nutzung nach sich ziehen wird, was wiederum die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert und eine positive Entwicklungsspirale in Gang setzt. Im Ansatz ist dies in der Schweizer Bahnpolitik bereits realisiert.

Balance braucht kein Wachstum mehr, wenn die Bedürfnisse gedeckt sind

Balance kann in einem System nur dann entstehen, wenn das System kein zwingendes Wachstum braucht, das durch Zinsen künstlich erzeugt wird. Braucht ein System strukturell ein jährliches Wachstum, bedeutet dies im Laufe der Zeit immer ein exponentielles Wachstum. Dies führt unweigerlich an einen Punkt der Zerstörung und des Zusammenbruchs.

Dies ist nicht notwendig. Ein natürliches Wirtschaftssystem wächst mit der Nachfrage und Bedürfnissen und gelangt in seiner Entwicklung an einen Punkt, wo genügend Angebot an Gütern und Dienstleistungen für alle Bedürfnisse da ist und damit kein weiteres Wachstum im Gesamten mehr notwendig ist. Dies sehen wir zum Beispiel an einem natur belassenen Waldgebiet.

Der Staat gibt sein eigenes nationales Geld heraus und sorgt für dessen Sicherheit und Deckung.

Für diese Aufgabe gründet der Staat eine ihm gehörende Bundesbank.

Der Staat hat die Hoheit über seine Währung und sichert die Deckung des Tauschmittels Geld.
Aufgaben der Staatsbank
Kann privaten Banken Lizenzen erteilen insbesondere für die Vergabe von Krediten.

Das bisherige Zinssystem wird durch ein menschenwürdiges Kredit- und Darlehenssystem ohne künstliche Umlaufbeschleunigung ersetzt.

Sowohl der Staat kann über die Bundesbank als auch über die ermächtigten Privatbanken Kredite gewähren. Kredite werden nach Abzug einer zwischen den Parteien vereinbarten einmaligen Aufwandsentschädigung und Risikoprämie für den Kreditausfall an den Kreditnehmer ausbezahlt und sind in der vereinbarten Frist zurückzuzahlen.

Laufzeitbezogene Gebühren und Zinsen zu erheben, ist nicht erlaubt. Banken können sich als Investor in eigenem Namen oder im Namen Dritter an Unternehmen beteiligen.

Bürger des Landes und Firmen mit Sitz und Steuerpflicht im Land erhalten Vorzugskonditionen für alle Vorhaben und Projekte, die der Staat als sinnvoll erachtet, zum Beispiel für ökologische, soziale oder umweltfreundliche Projekte und Technologien.

Soziale Marktwirtschaft statt Umverteilung durch Zins und Subventionen

Große und kleine Firmen sollen sich weiterhin im marktwirtschaftlichen Wettbewerb engagieren. Wenn sie etwas leisten oder produzieren, das von den Menschen gebraucht wird, dann haben sie wirtschaftlich Erfolg und erzielen Gewinn.

Was wir abschaffen müssen, ist, dass es aufgrund von Kapital- und Machtkonzentration zu einer Verzerrung der Marktwirtschaftlichen Prinzipien kommt. Zu einer Umverteilung, die über Kapital statt über Leistung erfolgt. Diese Umverteilung von den kleineren Einheiten zu den immer größer werdenden Einheiten erfolgt im Wesentlichen über den Zins und über die Subventionen.

Nur durch diese Konzentration und die Erwirtschaftung von Gewinnen aus Kapital, wie auch durch einseitige staatliche Steuervergünstigungen, sind solche riesigen Strukturen wie zum Beispiel Amazon, Google, Microsoft überhaupt wirtschaftlich. Wenn sie diese zusätzlichen Einnahmen beziehungsweise geringere Ausgaben nicht hätten, wären Unternehmenskonzentrationen ab einer bestimmten Größe nicht mehr rentabel.

Daseinsvorsorge: Der Staat besitzt und organisiert die Überlebensgrundlagen für die Menschen

Der Staat hat das Ziel und die Aufgabe, die materiellen Einrichtungen der Daseinsvorsorge zu besitzen und zu betreiben. Wo dies nicht der Fall ist, soll er diese erwerben oder selbst aufbauen.

Dazu gehören:

  • Trinkwasserversorgung
  • Abwasserversorgung
  • Post- und Fernmeldewesen
  • Verkehrsnetz für Eisenbahn, Straßen
  • Energieversorgung, wie Strom und Gas inklusive Anlage von Notreserven für Öl
  • Förderung des Nahverkehrs

Der Staat unterstützt die Forschung.

Dazu gehört die Abschaffung aller Subventionen, an deren Stelle eine gezielte, projektbezogene Forschungsförderung tritt.

Erkenntnisse, Patente und daraus folgende Entwicklungen werden über Lizenzgebühren allen sich im Inland ansässigen und im Mehrheitsbesitz von Bürgern des Landes befindenden Unternehmen zur Verfügung gestellt. Exklusivität ist nicht zulässig.

Einfaches und transparentes Steuersystem mit 2 Steuerarten

Dafür sind die bestehenden Finanzämter zuständig.

Einkommensteuer in Höhe von 30 % für Einkünfte ab dem 1. Euro.

Die Einnahmen daraus werden aufgeteilt
10 % für die Gemeinde
10 % für das Bundesland
10 % für den Bundesstaat

Leistungssteuer (MWSt.) auf alle Waren und Dienstleistungen in Höhe von 20 %.

Die Einnahmen daraus werden je zur Hälfte aufgeteilt

  • auf alle Bundesländer (mit Länderfinanzausgleich wie bisher) und
  • den Bundesstaat

Menschen werden besteuert.

In der Besteuerung durch den Staat werden alle Menschen gleich behandelt. Besteuert werden Menschen, keine Rechtsformen.
Abschaffung der Besteuerung von juristischen Personen (GmbH, AG etc.)
Dadurch wird die Doppelbesteuerung beendet.
Alle Geldzahlungen, die von juristischen Personen an Menschen gehen, werden besteuert. Dies beinhaltet Löhne und alle Zahlungen an die Firmeninhaber. Alle diese Zahlungen müssen der Steuerbehörde von den Unternehmern gemeldet werden.

Dadurch haben Menschen eine bessere Möglichkeit, gemeinsam Unternehmen zu gründen und die Erträge, die innerhalb der Unternehmen erwirtschaftet werden, für weitere Forschung, Ausbau und Sicherung zu nutzen, beziehungsweise zur Rückzahlung von erhaltenen Darlehen.

Alle Leistungen, die aus dem Ausland bezogen werden (Waren und Dienstleistungen) werden mit einer einheitlichen Einfuhrsteuer belegt, die sich an der Einkommenssteuer für Menschen im Inland orientiert. Damit wird verhindert, dass Gewinne durch überhöhte Rechnungen oder ähnliches ins Ausland transferiert werden, ohne das ein kompliziertes Regelwerk geschaffen werden muss, um das zu verhindern.

Alle Geldzahlungen an natürliche Personen im Ausland werden so versteuert, als ob sie an natürliche Personen im Inland bezahlt worden wären, damit wird verhindert, dass Gewinne ohne Versteuerung im Inland ins Ausland verschoben werden.

Für alle anderen Geldzahlungen ins Ausland wird ein einfaches und transparentes System geschaffen, um sicherzustellen, dass im Inland erzielte Erträge auch hier ihren Steueranteil leisten.

13. Landwirtschaft und Ökologie, Natur und Umwelt

Die Landwirtschaft und Forstwirtschaft wird vollständig auf einen natürlichen Anbau umgestellt. Dafür werden klare und eindeutige Kriterien aufgestellt. Umweltgifte, die für Mensch, Tier und Pflanzen schädlich sind, werden nicht mehr eingesetzt. Dies ist schon aus ökologischen und längerfristig auch aus ökonomischen Gründen notwendig.

Es sollen gute und gesunde Nahrungsmittel für alle erzeugt werden.

Für alle Produkte, die im Inland auf nicht ökologische Weise produziert werden, wird eine generelle Steuer erhoben, die die Folgekosten für die Umwelt abdecken soll, die ansonsten durch die Allgemeinheit zu tragen wären. Diese Aufschläge werden in einer gemeinsamen Kommission aus Vertretern aller Beteiligten (Bauern, Umweltverbände, Regierung, Fachleute aus den verschiedenen Bereichen) festgelegt.

Dadurch werden mit der Zeit die Kosten für Trinkwasser, Abwasseraufbereitung und für die Erhaltung der Böden sinken und die höheren Produktionskosten mehr als ausgleichen. Ebenfalls werden durch gesunde und wieder nährstoff- und mineralstoffreiche natürliche Lebensmittel die Kosten im Gesundheitsbereich sinken, da vor allem ernährungsbedingte Erkrankungen zurückgehen werden.

Regelungen für das Tierwohl werden ausgearbeitet und umgesetzt.

Natürliche Wälder sind zu fördern, zu erhalten und aufzubauen.

Der Staat sorgt durch folgende Maßnahmen dafür, dass die Bauern diese Umstellung finanziell gut durchführen können:

  • einmalige nicht rückzahlbare Investitions-Zuschüsse
  • zinslose Kredite
  • Beratungsleistungen
  • Betriebskostenzuschüsse für die Zeit der Umstellung

Importe von Lebensmitteln müssen den gleichen Qualitäts-Kriterien entsprechen, die auch im Inland gelten.

Die bisherigen Subventionen laufen in einer angemessenen Übergangszeit aus.

14. Das Wesen der Gesundheitsvorsorge

Der Mensch ist ein Wesen aus Fleisch und Blut, ausgestattet mit Seele und Geist.

Krankheiten, körperliche und geistig-seelische Symptome können nur in dieser Gesamtschau verstanden und geheilt werden. Jeder Mensch erlebt Krisen, Probleme, Verletzungen und Verluste individuell verschieden und verarbeitet diese auf der Basis einer universellen Ordnung.

Körperliche Symptome haben stets eine sinnvolle und konkrete Ursache. Durch Verständnis der Ursache gibt es eine Möglichkeit der Heilung.

Die Natur, einschließlich all ihrer Mikroorganismen in einer natürlichen Umwelt sowie unser Körper sind nicht unser Feinde, sie kämpfen nicht gegen uns.

Beistand und Unterstützung für Menschen mit körperlichen Krankheiten

Allgemeine freiwillige und für alle Menschen gleichwertige Absicherung der Gesundheitsrisiken durch Gesundheitsversicherungen unter Aufsicht des Staates in 4 Stufen.

Für jede Stufe kann eine Versicherung abgeschlossen werden.

Kinder und Jugendliche sind automatisch inklusive Stufe 3 versichert bis zum Abschluss ihrer 1. Ausbildung.

Die Leistungen dieser Gesundheitsvorsorge erfolgen in 4 Stufen, wobei die höhere Stufe immer die Leistungen der vorhergehenden Stufe beinhaltet:

Stufe 1: Notfall- und Akutversorgung, um das körperliche Überleben und Wohl zu sichern bei Unfällen und Erkrankungen.

Stufe 2: Rehabilitation und Hilfsmittel, zum Beispiel Brille, Prothese, Rollstuhl, Pflegebett, Rollator.

Stufe 3: Behandlung und Medikamente bei chronischen Krankheiten, zum Beispiel bei Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Nierenversagen.

Stufe 4: Alle anderen medizinischen Behandlungen inklusive Chemotherapie, Organtransplantationen.

Hat ein Mensch keine oder zum Beispiel eine Versicherung der Stufe 1, möchte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt doch eine Chemotherapie, hat er diese Kosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten, bis diese aufgebraucht sind. Ab dann übernimmt der Staat die Kosten.

Selbstbestimmung und Wahlfreiheit in der Therapie

Jeder Mensch ab dem vollendeten 16. Lebensjahr im Hoheitsgebiet des Landes hat die Freiheit, selbst über seine Therapie im medizinischen Bereich zu entscheiden.

Konkrete Aufgaben im Gesundheitswesen:

Aufbau, Erhaltung und Förderung einer allgemeinen und dezentralen Gesundheitsversorgung durch den Staat

Zentral sind dabei Krankenhäuser, die unabhängig von der Versicherung eines Menschen eine Notfallversorgung sicherstellen müssen. Ziel ist es, auch im ländlichen Raum eine gut erreichbare Versorgung sicherzustellen.

Vergütung der Ärzte nach Gesprächs- und Betreuungszeit

Die strukturelle Unpersönlichkeit und zunehmende Profitorientierung des gesamten Gesundheitswesens soll wieder vermehrt in Richtung Menschlichkeit, persönlicher Kontakt und Zeit für individuelle Beratung entwickelt werden.

Dies soll in erster Linie durch die Stärkung von Hausärzten erreicht werden. Die Honorare der Ärzte werden umgestellt und ausgerichtet nach: Gesprächs- und Betreuungszeit nach einem zu erarbeitenden Rahmen.

Honorarleistungen an Ärzte von Medikamentenherstellern und den Krankenkassen für Medikamente werden abgeschafft.

15. Das System der gemeinschaftlichen Fürsorge und Existenzsicherung

Unser Land hat durch den Fleiß, die Disziplin und Leistungsfähigkeit seiner Menschen großen Wohlstand aufgebaut. Trotzdem geraten Menschen oft nach wie vor in Existenzängste. Diese Ängste entstehen zum Teil auch durch staatliche Regelungen und Konzepte wie Hartz IV, Druck der Behörden und Misstrauen vor dem Missbrauch der staatlichen Leistungen durch die Bürger. Insbesondere in den letzten 20 Jahren ist ein sozialpolitisches System von unmenschlichen Bedingungen, überbordender Bürokratie, massiver Kontrolle und Eingriffen in die Privatsphäre des Bürgers entstanden, in dem viele sich nicht mehr wirklich wohl, sicher und frei fühlen.

Neben den direkten Regelungen, ob und wann ein Mensch vom Staat Geld erhält, werden immer mehr Gesetze und Verordnungen erlassen, um die Menschen vor Ausbeutung, Unterbezahlung und Ungerechtigkeiten an ihrem Arbeitsplatz zu schützen. All dies wird weitgehend unnötig, wenn die Menschen ein Grundeinkommen haben, das sie nicht mehr zwingt, einer Arbeit nachzugehen, die sie nicht wollen.

Der Staat bräuchte dann im Arbeitsrecht nur noch den Rahmen abzustecken. So könnte diese unüberschaubare Anzahl von Regelungen und Verordnungen für Arbeitsbedingungen, Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Kündigung usw., weitgehend wegfallen und es den Arbeitern und Unternehmern wieder ermöglichen, als freie Menschen direkt und unabhängig miteinander ihre wirtschaftliche Beziehung zu regeln.

Durch das Grundeinkommen wird die Möglichkeit eröffnet, dass Menschen ihrer Kreativität, ihren Ideen und einer Arbeit, die sie motiviert und beflügelt, nachgehen können. Das Thema Geld steht dann nicht mehr im Vordergrund. Viele würden gerne mehr für andere Menschen tun, wenn ihre Existenzgrundlage gesichert ist.

Alle Menschen erhalten ab Geburt vom Staat auf Lebenszeit ein bedingungsloses Grundeinkommen, das die Existenz sichert unter Berücksichtigung der Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen. Fähigkeit bedeutet, dass ein Mensch körperlich und geistig in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen. Je mehr jemand dazu in der Lage ist, umso weniger bekommt er.

Diese Grundsicherung erfolgt in der Höhe in 5 Stufen:

Stufe 1: Menschen und Kinder bis zum Beginn ihrer 1. Ausbildung Beispiel: 600,00
Stufe 2: Menschen und Jugendliche, die eine 1. Ausbildung machen, unabhängig vom Lebensalter + 200,00
Stufe 3: Menschen mit leichter Behinderung oder über 65 Jahre alt + ……
Stufe 4: Menschen mit mittlerer Behinderung + ……
Stufe 5: Menschen mit schwerer Behinderung + ……

Bestehende Sicherungen und Renten werden bis zum Tod der Versicherungsnehmer erfüllt gemäß den bestehenden Verträgen.

Neue Rentenvereinbarungen oder Versicherungen für die Pflege zum Beispiel können nur auf freiwilliger Basis mit privatwirtschaftlichen Trägern abgeschlossen werden ohne staatliche Garantie und Sicherung.

16. Das Bildungssystem

Unser Ziel ist ein Ausbildungssystem, das jeden Einzelnen zu selbständigem, reflektierendem, analytischem und kritischem (vor allem selbstkritischem) Denken und Erarbeiten von Zusammenhängen befähigt.

Zu diesem auf universelle, vielseitige, ganzheitliche und individuelle Bildung ausgerichteten Schulsystem gehört auch die Vermittlung von Werten, Weisheit und Tugend.

Die Zerstückelung der Bildung und Ausbildung in voneinander isolierte Wissensgebiete ohne Übersicht und Vermittlung der jeweiligen Grundlagen wird aufgehoben, damit übergreifende Zusammenhänge erkannt und verstanden werden können. Die Idee des freien Lernens erhält Raum, indem aktuellen Interessen der Kinder mit ausreichend Zeit nachgegangen werden kann und Zusammenhänge erkannt werden können.

Der Schwerpunkt in den ersten 6 Jahren der Schul-Ausbildung liegt vor allem auf der Förderung der natürlichen Neugier und dem Wissens- und Forscherdrang der Schüler, verbunden mit Spiel und Spaß. Die Mädchen und Jungen erarbeiten selbständig für sich und gemeinsam die Grundlagen der Wissensgebiete – mithilfe der Anleitung und Begleitung der Lehrer. Dabei ist das Lernen voneinander und miteinander ein wichtiger Schwerpunkt. Es geht weniger um das Auswendiglernen von Faktenwissen, sondern um die Entwicklung der Fähigkeit, Fakten zu recherchieren, mit eigenem Verstand und Wissen zu prüfen und daraus Schlüsse zu ziehen.

Insgesamt ist die Schulausbildung auf die Lebenswirklichkeit ausgerichtet durch die Erarbeitung von Wissen, das im realen Leben gebraucht wird. In den Schuljahren 7 bis 9 werden den Schülern spezifische Praktika und Schwerpunktkurse angeboten, um sich ein erweitertes und vertieftes Spezialwissen anzueignen, zum Beispiel in Mathematik, Deutsch, Informatik, Physik, Fremdsprachen.

Ziel ist es, durch selbständiges Denken, und wo immer möglich, durch praktisches Kennenlernen (Ausflüge und Schulreisen) Probleme zu erkennen, Zusammenhänge und Ursachen zu verstehen und mittels Recherche und Forschung mögliche Lösungen zu finden.

Praktisch wird die 12-jährige Schulausbildung in 4 Stufen à 3 Jahre gegliedert, wobei die nächste Stufe immer die Fächer der vorhergehenden weiterführt und vertieft.

1. Stufe:
Fähigkeit, Wissen zu verstehen, zu erwerben und zu schaffen.
Fächer
Lesen
Schreiben
Rechnen
Geschichte und Märchen anhand von Traditionen und Mythen
Singen und Musizieren
kreativer Ausdruck – vom Werken bis Malen
Sport und Spiel
2. Stufe:
Grundverständnis des Lebens
Biologie
– biologische Ordnung und Grundlagen von Krankheit und Gesundheit
– Pflanzenkunde (Wirkung und Anwendung von heimischen Pflanzen)
– Tierkunde
1. Fremdsprache
10-Fingersystem Maschinenschreiben
EDV-Grundkenntnisse
Grundlagen Selbstverteidigung (Judo bis Boxen)
3. Stufe:
Grundverständnis unserer Welt
Physik
Geographie
Politik/WirtschaftIm Anschluss:
Weiterführende Ausbildung
Lehre
4. Stufe:
Gestaltung und Steuerung unserer Welt
IT-Grundlagenwissen
– Programmierung
– Funktion und Aufbau
von ProgrammenIm Anschluss:
Weiterführende Ausbildung
Studium
Erhebung des Ausbildungsstandes

In jedem Jahr wird im ganzen Land eine einheitliche Prüfung zum Stand der Ausbildung abgehalten. Diese ist in den ersten 6 Jahren spielerisch angelegt. Dabei soll auch ermittelt werden, ob die Kinder Freude in der Schule haben und gerne lernen. Für die Bewertung der Schulen werden neben der klassischen Bewertung der schulischen Leistungen auch Kriterien wie Zusammenhalt, Interesse und guter menschlicher Umgang berücksichtigt.

Die 10 % der Schulen, die am Schwächsten abschneiden, erhalten eine besondere Begleitung und Unterstützung für 1 Jahr durch ein mobiles Lehrerteam und Verwaltungsteam, um die Ausbildung zu verbessern.

Schulstandort in Wohnortnähe

Der Staat sichert das allgemeine Bildungssystem durch Aufbau und Erhalt von Schulen. Ziel ist es, jedem Kind vor allem in den ersten 3 Jahren ein möglichst wohnortnahes Schulangebot zu machen.

Dazu gehört, dass die Schulen ein warmes und hochwertiges Mittagessen zu einem angemessenen Kostenbeitrag anbieten.

Freie Schulen und Träger

Der Staat fördert freie Träger mit alternativen Schulsystemen, zum Beispiel Waldorfschulen, Montessori-Schulen wie auch das selbständige Lernen zu Hause als sogenannte Freilerner.

Dazu finanziert der Staat die Träger der Schulausbildung nach Anzahl der von ihnen betreuten Schüler wie folgt:

im 1. Jahr jeweils pro Schüler 80 % der Kosten der staatlichen Ausbildung für 3 Jahre.

ab dem 4. Jahr werden pro Schüler 90 % der Kosten finanziert

Die Differenz der Kosten zur staatlichen Ausbildung ergibt sich daraus, dass freie Träger die Kinder auswählen können.

Durch das zusätzliche Angebot alternativer Schulsysteme und Bildungsmodelle neben dem staatlichen Angebot, können die individuell unterschiedlichen Bedürfnisse der Eltern und Schüler erfüllt werden. Somit kann eine Vielfalt von Ausbildungsformen ermöglicht werden.

Gehört zum Beispiel eine freie Schule 2 Jahre in Folge landesweit zu den 10 % der schwächsten Schulen, erhält die Schule ergänzend zum mobilen Lehrer- und Verwaltungsteam einen Rektor mit besonderen Kompetenzen. Aufgabe dieses Rektors ist es, gemeinsam mit der Trägerschaft die Ausbildung in der Schule in den nächsten 2 Jahren so zu verbessern, dass sie nicht mehr zu den 10 % der schwächsten Schulen gehört. Falls dies nicht erreicht wird, wird die Schule geschlossen und die Schüler werden einer regulären Staatsschule zugewiesen.